Dokumentation: In-Place Upgrade von AlmaLinux 9 auf AlmaLinux 10 via ELevate

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Diese Dokumentation beschreibt den erfolgreichen Migrationspfad eines AlmaLinux 9 Servers (inklusive Virtualmin/Webmin-Umgebung) auf das aktuelle AlmaLinux 10 unter Verwendung des Red-Hat-Frameworks ELevate (Leapp).

Phase 1: Vorbereitung & System-Update

Bevor das Upgrade-Framework installiert wird, muss das bestehende System auf den allerneuesten Stand innerhalb der 9er-Reihe gebracht werden.

  1. Vollständiges Systemupdate durchführen:
sudo dnf upgrade -y
  1. Server neu starten (wichtig, um den neuesten Kernel zu laden):
sudo reboot
  1. SSH-Sitzung absichern:
    Da Netzwerkkomponenten während des Prozesses neu geladen werden, wird die Ausführung in einer screen– oder tmux-Session dringend empfohlen:
dnf install -y screen && screen -S upgrade

Phase 2: Installation des ELevate-Frameworks

Das ELevate-Projekt stellt die Migrations-Metadaten und das Steuerungswerkzeug leapp bereit.

  1. ELevate-Repository hinzufügen:
sudo dnf install -y http://repo.almalinux.org/elevate/elevate-release-latest-el9.noarch.rpm
  1. Leapp-Migrationswerkzeuge für AlmaLinux installieren:
sudo dnf install -y leapp-upgrade leapp-data-almalinux

Phase 3: Pre-Upgrade Check & Fehlerbehebung

Der Pre-Upgrade-Check simuliert das Upgrade und protokolliert alle Inkompatibilitäten in der Datei /var/log/leapp/leapp-report.txt.

  1. Trockenlauf starten:
sudo leapp preupgrade

Behobene Blocker (Inhibitors)

Der erste Lauf meldete zwei kritische Blocker bezüglich des veralteten Netzwerk-Konfigurationsformats (ifcfg). In AlmaLinux 10 wird dieses Format nicht mehr unterstützt; das Netzwerk muss zwingend auf das moderne NetworkManager-Keyfile-Format umgestellt sein.

  • Fehlermeldung im Report: Legacy network configuration found (- /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0)
  • Lösung (Erfolgreich durchgeführt): Die alten Konfigurationsskripte wurden mit den folgenden Befehlen nativ in den NetworkManager migriert:
sudo nmcli connection migrate /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0
sudo nmcli connection migrate /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth*
  1. Zweiter Trockenlauf zur Verifizierung:
sudo leapp preupgrade

Ergebnis: Erfolgreich. Alle (inhibitor)-Meldungen wurden beseitigt. Die verbleibenden Hinweise (GRUB2-Core-Update im MBR, Abkündigung der Berkeley DB libdb, temporärer SELinux-Permissive-Modus) sind rein informativ und erfordern vorab kein händisches Eingreifen.

Phase 4: Das scharfe Upgrade ausführen

Nachdem die Upgrade-Ampel auf Grün steht, wird der eigentliche Migrationsprozess angestoßen.

  1. Paket-Download für AlmaLinux 10 starten:
sudo leapp upgrade

Hinweis: Das Tool lädt nun sämtliche Kern-Pakete herunter und bereitet die Boot-Umgebung vor.

  1. Finalen Upgrade-Reboot ausführen:
sudo reboot

WICHTIGER HINWEIS ZUM BOOT-VORGANG: Beim Neustart klinkt sich Leapp vor dem eigentlichen Systemstart ein und ersetzt die Systembibliotheken. Der Server ist währenddessen für ca. 10 bis 30 Minuten nicht per SSH erreichbar. Der Fortschritt kann bei Bedarf über eine VNC- oder IPMI-Konsole des Server-Providers überwacht werden.

Phase 5: Nacharbeiten & Verifizierung

Nachdem der Server wieder via SSH erreichbar ist, werden folgende Prüfungen durchgeführt:

  1. OS-Version verifizieren:
cat /etc/redhat-release

Erwartete Ausgabe: AlmaLinux release 10.x

  1. Alte Paketüberreste bereinigen:
sudo dnf clean all
sudo dnf autoremove -y
  1. Status der Virtualmin- & Mail-Dienste kontrollieren:
    Da Major-Upgrades oft neue Konfigurations-Syntaxen für Daemons mitbringen, wird der Status der wichtigsten Dienste validiert:
sudo systemctl status httpd
sudo systemctl status mariadb
sudo systemctl status postfix
sudo systemctl status dovecot

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